Großräumige
Lebensraumbewertung unter Verwendung
moderner GIS - Technologien
Steffi Kiel (2003)
Ziel
der Arbeit:
Das
Ziel dieser Arbeit bestand darin, verschiedene digitale
Bewertungsmethoden im Hinblick auf ihre Einsatzmöglichkeiten und im
Vergleich zu bisher üblichen, kognitiven Bewertungen zu prüfen. Dabei
waren vor allem folgende Fragestellungen von Interesse:
1.
Mit welchem
Landschaftsmaß, das man aus vorhandenen digitalen Lebensraumdaten
ableiten kann, lässt sich eine summarische Wertigkeit der
Lebensraumfunktion am besten beschreiben?
2.
Welche
Klassifizierungsmethode führt zu Wertstufen, mit denen sich der
Planungsraum sinnvoll differenzieren lässt?
3.
Sind Landschaftsmaße
auch für die Biotopverbundplanung oder für die Definition von
Umweltqualitätszielen (Mindestdichten vernetzender Elemente, Mindestflächenanteile)
sinnvoll einsetzbar? 
Es
wurden folgende vier verschiedene Landschaftsmaße vergleichend
getestet: Nearest-Neighbor-Distance, Proximity Index (Gustafson
& Parker 1992), Ungewichtete Nachbarschaftsanalyse und
Gewichtete Nachbarschaftsanalyse. Über einen anschließenden Vergleich
der Bewertungsergebnisse mit herkömmlichen Landschaftsbewertungsansätzen
(Vorkommen von Leitarten der Avifauna, Flächenbewertung im Bayerischen
Arten- und Biotopschutzprogramm, Lage von Naturschutzgebieten) sollten
die Ergebnisse verifiziert und die Vor- und Nachteile herausgearbeitet
werden.

Ergebnisse:
Die
im Rahmen dieser Arbeit angestellten Vergleiche der Bewertungsergebnisse
der verschiedenen Landschaftsmaße mit den herkömmlichen, Bewertungen führten
zu dem Ergebnis, dass eine Gewichtete Nachbarschaftsanalyse zur
summarischen und flächendeckenden Bewertung einer Landschaft am besten
geeignet ist. Als Bewertungskriterien finden hierbei der Flächenanteil
an Biotopen im Suchraum, sowie deren Dichte und die Gefährdung,
Seltenheit, Artenreichtum und Regionscharakteristik der jeweiligen
Biotoptypen in Form eines Wichtungsfaktors Berücksichtigung.
Eine
Klassifizierung nach rein statistischen Überlegungen, basierend auf der
Häufigkeitsverteilung der Indexwerte und deren Anpassung an die
Standardnormalverteilung führt zu sinnvollen Wertstufen, mit denen sich
die Landschaft nachvollziehbar und differenziert bewerten lässt.
Für
die Biotopverbundplanung eignet sich vor allem der Proximity Index, da
er die Bewertung einzelner Flächen in Abhängigkeit einer funktionalen
Vernetzung mit den Lebensräumen der Umgebung ermöglicht. Zur
Definition von Mindestdichten bzw. Flächenanteilen wertvollen
Lebensraumes bietet vor allem die Ungewichtete Nachbarschaftsanalyse ein
wertvolles Hilfsmittel, da sie exakte Werte für tatsächlich vorhandene
Flächenanteile wertvollen Lebensraumes liefert.

Veröffentlichung:
KIEL, S. & K. ALBRECHT (2004): Großräumige
Landschaftsbewertung mit
landscape metrics im Praxistest - ein Methodenvergleich in STROBL, J.,
TH.
BLASCHKE & G. GRIESEBNER „Angewandte Geoinformatik 2004“,
Herbert Wichmann, Verlag Heidelberg
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